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Eigene Fragen im Bewerbungsgespräch richtig stellen - mit Beispielen


Glückwunsch! Du wurdest zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen! Nun schwirren einem verständlicherweise alle möglichen Fragen durch den Kopf. In den meisten geht es darum, wie man den bestmöglichen Eindruck bei der Wunschfirma hinterlassen kannt, sodass man schlussendlich den Job angeboten bekommt. Nicht selten bereitet man sich dabei vor allem darauf vor, vom Gegenüber gestellte Fragen möglichst souverän und einfallsreich beantworten zu können. Selbstdarstellung ist der Schlüssel zum Erfolg.


Aber ein Bewerbungsgespräch besteht auch immer aus zwei Seiten und oft wird der Eindruck, den das Unternehmen auf die BewerberInnen macht, außen vorgelassen. Dabei sollte es mindestens genauso wichtig sein, dass das Unternehmen auf dich einen positiven Eindruck macht. Und das geht am besten damit, Rückfragen zu stellen. Überleg dir also, was du vom Unternehmen wissen willst. Die Informationen kannst du dir auf vielen Wegen beschaffen, bspw. über die Unternehmenshomepage, Imagefilme, Social Media oder das eigene Netzwerk. Und dann gibt es noch die größte Informationsquelle, nämlich genau die Personen, die im Interview vor dir sitzen werden.



Grundsätzliche Rückfragen, die du stellen kannst

Zunächst einmal ist gute Recherche natürlich sehr viel Wert und der Anfang jeder Vorbereitung. Online gibt es schon sehr viele Beiträge zu möglichen Beispielfragen, die man den Interviewern stellen kann. Wir waren natürlich so fleißig und haben dir einmal unsere Favoriten, sortiert nach Themenbereichen rausgesucht.

Fragen über das Team:

  • Wie groß ist das Team?

  • Wie ist das Team strukturiert?

  • Mit wem/welchen anderen Teams würde ich zusammenarbeiten?

  • Kann ich meine zukünftigen KollegInnen noch vorab kennen lernen?

Fragen über den Einstieg/ die Karriere:

  • Wie sieht das Onboarding bei Euch/Ihnen aus?

  • Was erwartet mich in den ersten 90 Tagen?

  • Wie kann ich mir die typische Karriere als “Titel” bei “Unternehmen” vorstellen?

  • Welche Angebote hat das Unternehmen, um Berufseinsteiger zu fördern (z.B. Mentoring-Programme)?

Fragen über die Unternehmenskultur:

  • Was zeichnet “Unternehmen” deiner/Ihrer Meinung nach aus?

  • Unternehmen ist bekannt für XYZ (z.B. Kundenorientierung, Innovation, etc.). Kannst du das bestätigen und wie macht sich das in deiner Arbeit bemerkbar?

  • Wie wird bei Euch/Ihnen das Commitment/die Begeisterung zum Unternehmen gefördert?

Persönliche Fragen an den Interviewer:

  • [Wenn noch nicht besprochen:] Mich interessiert dein beruflicher Werdegang. Was hast du vor deiner jetzigen Stelle gemacht/wie bist du an deine jetzige Stelle gekommen?

  • Was war bisher dein Lieblingsprojekt/-deal bei Unternehmen?

  • Was begeistert dich/Sie am meisten bei “Unternehmen”?


3 Aspekte für gute Fragen

Die oben genannten Fragen “aus der Box” können sehr hilfreich sein und du solltest sie auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Um aber deinen Fragen noch ein bisschen mehr Individualität zu verleihen, möchten wir dich aber im nächsten Schritt auch noch auf andere Punkte hinweisen, wie du bestmögliche Fragen vorbereiten und stellen kannst.

1) Stell Fragen, die dich auch wirklich interessieren

In einem Vorstellungsgespräch soll es natürlich in erster Linie um dich, deine Persönlichkeit und deine Erfahrungen gehen. Daher wird gegebenenfalls für deine Fragen zum Ende des Bewerbungsgesprächs nicht viel Zeit bleiben. Daher überleg dir gut, welche Fragen dich auch wirklich interessieren und unterscheide diese von Fragen, bei denen du denkst, du müsstest sie unbedingt stellen. Hier ist jedem etwas anderes wichtig. Gehe daher gerne die oben aufgelisteten Fragen durch oder aber sammel die ein oder andere Frage, die dir im Vorfeld und während deiner Recherche bereits durch den Kopf gegangen ist. Wichtig ist, dass die Frage zu dir passt und die Antwort wichtig ist für dich und deine Entscheidung, ob der Job für dich in Frage kommt.

2) Stelle Zwischenfragen

Zwischenfragen bedeuten vor allem, dass du zuhören kannst, wenn dir dein Gegenüber etwas über das Unternehmen, den Ablauf oder auch zu seiner Person erzählt. Eine sehr wichtige Charaktereigenschaft, die du somit wunderbar zur Schau stellen kannst. Natürlich zählt auch hier die Qualität der Frage und nicht immer ist die Gelegenheit dazu diese Frage zu stellen. Aber wenn dich eine Aussage des Gegenübers aufhorchen lässt und du dazu gerne mehr erfahren willst, dann frag das auch und warte nicht bis zum Ende. So ergibt sich auch manchmal die Gelegenheit, das Vorstellungsgespräch zu einem Dialog zu machen und es sich weniger einseitig anfühlt.

3) Das Unternehmen muss auch dein Interesse wecken

Natürlich ist es wichtig, dass du dich in einem Bewerbungsgespräch von deiner besten Seite präsentierst. Das allein ist schon eine Menge Arbeit und kostet viel Kraft und Konzentration. Dennoch solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass dir das Unternehmen und dein Gegenüber - der oder die im Zweifel dein neue Führungskraft wird - auch gefallen sollte. Das klingt zwar offensichtlich, wird aber leider in der jeweiligen (Interview)Situation oftmals vergessen. Vor allem bei großen, bekannten Firmen die in deinem Leben durch Hochglanz Social Media und Image Kampagnen sowieso schon sehr präsent sind und einen sehr positiven Eindruck hinterlassen haben kann es passieren, dass du dir schon oft vor dem Vorstellungsgespräch bereits eine sehr starke Meinung gebildet hast, was sicherlich auch der Grund war, warum du dich bei dem Unternehmen beworben hast. Aber am Ende lernt man das Unternehmen – und die Personen, die dafür arbeiten - eben doch erst im Bewerbungsgespräch kennen und du solltest genau darauf achten, was dir an dem gefällt, was deine Gegenüber dir über die Firma erzählen und was eben auch nicht. Und auch diese sollten sich Mühe geben einen guten Eindruck bei dir zu hinterlassen und die Fragen, die du an sie stellst, möglichst authentisch und engagiert beantworten.


Fragen, die du unbedingt stellen solltest

Bei all den generellen Tipps wollen wir dich nun doch nicht so ganz ohne “must-have” Fragen, die du mit ins Interview nehmen solltest, gehen lassen. Denn es gibt zwei Fragen, die dich mit Sicherheit interessieren und die du daher unbedingt in einem Vorstellungsgespräch stellen solltest, wenn sie denn nicht schon vom Interviewer vorab beantwortet wurden:


1) Frag nach dem Gehalt (insb. bei Festanstellungen)

Einfacher gesagt als getan. Oftmals fragen sehr viele BewerberInnen vor allem in den Erstgesprächen nicht nach dem Gehalt, bzw. ob die Gehaltsvorstellungen von ihnen mit denen des Unternehmens übereinstimmen. Sollte es daher für dich auch nur irgendwelche Unklarheiten geben, auf welches Gehalt du dich in diesem Job einstellen kannst (und sei es auch nur eine Gehaltsspanne, die im weiteren Verlauf verhandelt wird), dann frag unbedingt nach. Du solltest auf keinen Fall aus dem Gespräch gehen und nicht wissen, was du verdienen wirst. Das gilt auch für Praktika und Werkstudententätigkeiten. Nun muss die Summe nicht ausschlaggebend sein für dein Entscheidung, ob du den Job annimmst oder nicht. Aber du solltest sie zumindest wissen, damit du sie in deinen ersten Eindruck und deine weiteren Überlegungen mit einbeziehen kannst.


2) Frag, wie es weitergeht

Im besten Fall sollte diese Frage von deinem Gegenüber und ohne Aufforderung beantwortet werden. Es kann aber auch einmal vorkommen, dass dies schlichtweg vergessen wird und du, nachdem das Bewerbungsgespräch vorbei ist, nicht weißt, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst, ob es noch weitere Vorstellungsgespräche oder Auswahlverfahren geben wird, etc. Daher frag unbedingt, was die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess sind, damit du eine klare Vorstellung davon hast, was als nächstes passiert.

Keine Fragen - was nun?


Zum Abschluss noch ein letzter Hinweis: Es kann vorkommen, dass während der Interviewsituation bereits alles gesagt und erklärt wurde, was du wissen wolltest. Gute Interviewer können einschätzen, was die Bewerber wissen möchten und beantworten viele von deinen möglichen Fragen auch ungefragt. Versuch dann nicht panisch irgendwelche Fragen hervorzuholen, die dich eigentlich nicht interessieren, nur um des Fragens Willens. Wenn alles gesagt wurde, dann ist das in Ordnung. Besser ist, dann in so einer Situation, darauf hinzuweisen, dass dich dein Gegenüber über alles sehr gut und ausreichend informiert haben. Eventuell kannst du auch auf die ein oder andere Information hinweisen, bei der du dir vorgenommen hast, dies nachzufragen, es aber bereits beantwortet wurde.


Und damit, viel Erfolg beim Vorstellungsgespräch!