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In 4 Schritten zum perfekten Lebenslauf

Der Lebenslauf ist deine Visitenkarte im Unternehmen und der wahrscheinlich wichtigste Teil deiner Bewerbung. Personalverantwortliche schauen sich stapelweise Lebensläufe an und werden nicht mehr als ein paar Minuten mit deinem Curriculum Vitae ("CV") verbringen. Oft schauen sich selbst die Interviewer deinen Lebenslauf nicht an, bevor sie im Gespräch vor dir sitzen. Aus diesen Gründen ist ein strukturierter und übersichtlicher CV wichtig.

Wir haben in unserer Karriere viele Lebensläufe gesichtet und sehen leider immer wieder die gleichen Fehler: unübersichtlich, mehrseitig, oberflächlich und eine Farbwahl, die selbst Henri Matisse in den Schatten stellen würde.


Die Online-Ressourcen lassen leider auch zu wünschen übrig, weshalb wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, euch den Muster-Lebenslauf zur Verfügung zu stellen. Es ist uns hierbei nicht wichtig, dass das Template jedem optisch gefallen oder das jeder mit unseren Empfehlungen übereinstimmen muss - an Geschmäckern teilen sich ja bekanntlich die Geister.


Unser Ziel mit dieser Vorlage ist es, dass sich jeder mit diesem Lebenslauf auf Stellen in der Wirtschaft mit der Gewissheit bewerben kann, dass die Bewerbung nicht am Lebenslauf scheitern wird. Ganz im Gegenteil sogar: wir sind überzeugt, dass dieser Muster-Lebenslauf sogar eher die Chancen zum Interview für viele von euch erhöhen wird.


Der perfekte Lebenslauf besteht aus 4 Komponenten: dem Kopfteil, der Ausbildung, der Berufserfahrung und den Qualifikationen. Wir werden im folgenden Schritt für Schritt die einzelnen Komponenten erläutern. Doch bevor wir damit starten, einige Sätze zur Formatierung im Allgemeinen:

  • Seitenzahl: Wir empfehlen einen einseitigen CV. Zwar lesen wir immer wieder, dass ein mehrseitiger Lebenslauf akzeptiert ist, damit tust du dir jedoch keinen Gefallen: Einerseits ist es für den Leser wesentlich einfacher einen einseitigen CV zu überfliegen - der Interviewer wird es dir danken. Andererseits zwingt dich ein ein einseitiger Lebenslauf deine Daten auf das Wesentliche zu reduzieren

  • Schriftart und -größe: Wir empfehlen das zeitlos, klassische Times New Roman in Schriftgröße 10

  • Farben: Dein Lebenslauf sollte genau eine Farbe haben: schwarz. Ein mehrfarbiger Lebenslauf kann stark ablenken und schnell unprofessionell wirken


Schritt 1: Kopfteil

Der Kopfteil besteht aus

  1. Vor- und Nachname*

  2. Telefonnummer & E-Mail Adresse

  3. Anschrift

  4. Horizontalen Linie die den Kopfteil optisch vom Rest des Lebenslaufes trennt


Was ist mit einem Bild, dem Geburtsdatum, dem Familienstand, etc.? Hier scheiden sich die Geister und in Deutschland ist es leider immer noch gebräuchlich, diese Merkmale mit aufzunehmen. Bei der Bewerbung führen diese Daten jedoch zu (unbewusster) Diskriminierung. Um einerseits einen solchen Fall auszuschließen und wir andererseits den Mehrwert der genannten Informationen eher als drittrangig erachten, setzen wir uns stark für eine möglichst anonymisierte Bewerbung ein.


*einige Organisationen bevorzugen Bewerbungen ohne Namen, siehe.


Schritt 2: Ausbildung

Dieser Bereich ist deiner akademischen Erfahrung und deinen Aktivitäten außerhalb des Studiums gewidmet. Es ist deine Chance einem potentiellen Arbeitgeber dein Notendurchschnitt, deine Auslandssemester oder dein Engagement in studentischen Vereinigungen zu zeigen.

Jede Bildungsstation besteht aus:

  1. Zeitraum

  2. Bildungsinstitution & Ort, Studiengang (inkl. Vertiefung) und Durchschnittsnote

  3. Kurse & Abschlussarbeiten, insbesondere jene, die relevant für die Stelle sind

  4. Engagement außerhalb des Studiums*, z.B. im Börsenverein oder dem Fachschaftsrat

  5. Auslandsaufenthalte

  6. Stipendien oder sonstigen Auszeichnungen

Beachte, dass besonders erwähnenswerte Themen oder auch Noten von Abschlussarbeiten hier hervorgehoben werden können. So kann beispielweise die Abschlussarbeit des BWL-Studenten zum Thema FinTechs/New Banking ein relevanter Anker für die Bewerbung auf einen digitalaffinen Job sein.


Schritt 3: Berufserfahrung

Dein Lebenslauf steht und fällt mit deiner Berufserfahrung. Dieser Teil setzt sich aus deinen Praxisstationen und deinen Tätigkeiten bei jeder Station zusammen. Hier kannst du zeigen, wo du bisher gearbeitet hast und was du dort gelernt hast.

Jede Praxisstation besteht aus:

  1. Zeitraum

  2. Namen der Organisation

  3. Kurze Beschreibung der Organisation, wenn nicht Allgemein bekannt

  4. Position + Team

  5. Tätigkeiten, max. 3-4 Stichpunkte pro Station und nicht mehr als zwei Zeilen pro Bullet

Auf unserem Muster-Lebenslauf brauchst du so ca. drei Stationen, um die gesamte Din-A4-Seite zu füllen. Wenn du also noch keine drei Praxiseinsätze (Praktika oder Werkstudenten-Jobs) hast, dann kannst du z.B. auch deine Tätigkeit aus deinem Studium bei einer studentischen Unternehmensberatung oder als wissenschaftliche Hilfskraft aufnehmen.

Wenn du noch ganz am Anfang deines Studiums stehst, dann kannst du auch eine Stelle aus deinem Work & Travel-Jahr, Schülerpraktika oder deinen Aushilfs-Job als Berufserfahrung mit aufnehmen.


Beachte jedoch, dass diesen Stationen mit steigender Berufserfahrung weniger Gewicht beigemessen werden sollte (z.B. indem du die Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft im Ausbildungsteil unter deiner Uni angliederst) oder sie ganz vom CV verschwinden lässt (z.B. das Schülerpraktikum).


Exkurs: Aussagekräftige Stichpunkte, so wird's gemacht

Aussagekräftige Bullets sind das A und O einer jeden Tätigkeitsbeschreibung. Ziel muss es sein, dass sich ein unbekannter Dritter ein Bild davon machen kann, was du bisher gelernt hast. Nur so kannst du dich als Bewerber*in optimal platzieren.


Zu den häufigsten Fehlern zählt hierbei, dass die Tätigkeit nicht genau genug beschrieben wird und dadurch nicht erkennbar ist, was der Bewerber gelernt hat. Ein Praktikant im Business Development eines Start-Ups würde vielleicht folgenden Stichpunkt schreiben:


  • Mitarbeit bei dem Launch in neuem Markt und operative Unterstützung


Diese Beschreibung ist leider aus mehreren Gründen sehr unglücklich: 1) sie ist nicht eindeutig. "Mitarbeit" und "operative Unterstützung" kann im Prinzip alles bedeuten: von einfachen administrativen Aufgaben bis hin zu konzeptioneller und strategischer Arbeit. Der Praktikant sollte noch tiefer gehen und die Frage beantworten, was genau er gemacht hat. 2) Der Praktikant hat es versäumt, konkrete Ergebnisse oder Quantifizierungen anzugeben. Diese würde helfen, die Erfahrung noch aussagekräftiger und eindrucksvoller zu machen.


  • Unterstützung des belgischen Markteintritts durch Erstellung von Onboarding- und Trainingsmaterialien und als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen für 30 neue Mitarbeiter


In dieser Beschreibung wurden "Mitarbeit" und "operative Unterstützung" durch die eigentlichen Tätigkeit "Erstellung von Onboarding- und Trainingsmaterialien" sowie die Tätigkeit als "Ansprechpartner bei Fragen und Problemen" ersetzt. Der Stichpunkt gibt nun genug Kontext um als Leser eine Idee von der Erfahrung und den Skills des Bewerbers zu bekommen. Darüber hinaus wurde die Tätigkeit mit "30 neue Mitarbeiter" quantifiziert, wodurch der Leser einen noch besseren Eindruck vom Umfang der Tätigkeit bekommen kann.


Dieser Ansatz funktioniert auch für Tätigkeiten in denen es nicht primär darum geht, was die Person gemacht hat, sondern wie. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn es um Analysen, Recherchen oder Empfehlungen geht. Nehmen wir folgendes Beispiel von einer Praktikantin im Investment Management:


  • Analyse der Geschäftsergebnisse von Adidas und Abgabe von Kaufempfehlung


Diese Tätigkeitsbeschreibung ist unbefriedigend, weil "Analyse" nicht eindeutig ist. Es ist nicht offensichtlich, wie analysiert wurde: das könnte von Recherche im Handelsblatt bis hin zu komplizierten Finanzmodellen alles bedeuten. Zudem fehlen auch hier wieder konkrete Ergebnisse/Quantifizierungen.


  • Analyse der Adidas AG basierend auf Finanz- und Marktkennzahlen im Vergleich zur Peer-Group; Kursanstieg um 20% seit Kaufempfehlung im Januar 2020


Diese Beschreibung vermittelt einen wesentlich besseren Eindruck von dem Können der Praktikantin. Es ist nun klar, wie die Praktikantin die Analyse angegangen ist. Somit kann auch ein potentieller Arbeitgeber einschätzen, welche Fähigkeiten diese Bewerberin mitbringen würde. Weiterhin konnte die Praktikantin diesen Stichpunkt nutzen, um einen beeindruckenden Erfolg ("Kursanstieg um 20%") auf ihrem Lebenslauf unterzubringen.


Schritt 4: Qualifikationen

Wo der Lebenslauf bisher relativ sachlich und unpersönlich war, bietet der persönliche Teil die Chance dem CV eine persönliche Note zu verleihen. Wir kennen viele Interviewer, die sich zuerst diesen Teil anschauen, um einen ersten Eindruck von dem Bewerber zu bekommen.

Der Qualifikationen-Teil besteht aus:

  1. Sprachkenntnissen

  2. Computer-Kenntnissen

  3. Ehrenamtliche Tätigkeiten

  4. Mitgliedschaften in nicht-akademischen-Organisationen

  5. Hobbys & persönliche Interessen

Mit den folgenden Ausnahmen gehört die Führerscheinklasse nicht auf den Lebenslauf: 1) die Position erfordert den Führerschein (z.B. wenn man sich als Vorstand bei MAN bewirbt) oder 2) man besitzt eine Führerscheinklasse, die sich als Gesprächsthema eignet.


Exkurs: Differenzierung über Hobbys & persönliche Interessen

Viel zu häufig sehen die Interessen auf dem Lebenslauf so aus:


  • Interessen: Lesen, Reisen, Sport und Kochen


Diese Interessen werden leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, da diese Aktivitäten zu generisch und unpersönlich sind, um sich wirklich von anderen Bewerbern abzuheben. Du musst jedoch auch kein Extremsportler sein, um hier das Interesse von einem Interviewer zu wecken.


Zuerst einmal empfehlen wir, in dieser Frage eher über persönliche Interessen als Hobbys nachzudenken. Echte Hobbys hat man vielleicht nur ein oder zwei und die sind oft sehr ähnlich zu den Hobbys von Freunden und Bekannten. Persönliche Interessen kann man jedoch viele und zum Teil sehr spezielle haben.


Ein einfacher Trick ist es, die Hobbys spezifischer zu machen, wodurch sie eher zu Interessen werden. Anstatt also einfach "Lesen, Reisen, Sport und Kochen" zu schreiben, solltest man sich fragen, was man den gerne liest, wo man viel hinreist, wie man reist, oder welche Küche man gern kocht. Etwas Humor kann auch nicht schaden. Das könnte dann so aussehen:

  • Interessen: Romane von Jana Hensel, Studentische Küche, Camping in Skandinavien

Wenn man das noch einen Schritt weiterführen möchte, könnte man diese Interessen noch weiter spezifizieren. Zum Beispiel:

  • Interesse: Camping in der Wildnis von Skandinavien ohne elektronische Geräte


Der Muster-Lebenslauf

Du kannst dir unseren Muster-Lebenslauf über den folgenden Link als Google Doc anschauen. Von da kannst du dir den Lebenslauf entweder als .docx Datei herunterladen (Datei>Herunterladen>Microsoft Word) oder als Kopie auf deinen eigenes Google-Konto ziehen, wenn du damit angemeldet bist (Datei>Kopie Erstellen).